szmmctag

  • Alte Wallgasse, Blick auf die Ehrenstr.

    Da unten, an der Schnittstelle von fünf Straßen, war früher eine Tankstelle, ich konnte die Anlage noch sehen, als ich vor nun genau 30 Jahren nach Köln zog (ich finde einfach kein Foto davon im Netz). Nun ist da ein trendiger Italiener. Aber das wollte ich gar nicht erzählen ...

    ... auch nicht von der gewagten Dachgeschoßkonstruktion (von dekonstruktivistischer Architektur habe ich hier schon mal erzählt) ...

    ... sondern aufmerksam machen auf die Figur des Streetartisten Marc Jenkins, dessen Homepage zu besuchen ich empfehlen kann.

    Hier hatten wir schon mal zwei seiner Figuren (2013 habe ich sie schon einmal gezeigt).

  • Universitätsstr.

    Das ist eine Litfaßsäule ...

    ... und das ist keine Litfaßsäule (mehr), fotografiert aus der gleichen Perspektive, ein Tag später ...

    ... und das ist auch keine Litfaßsäule, wiederum ein paar Tage später fotografiert, sondern eine City-Light-Säule, von innen beleuchtet, es soll sogar welche geben, die sich drehen können. Das Problem: Eine solche Werbefläche kann man nur als Ganzes mieten, alternative Kulturträger, aber auch städtische Museen und Theater, die mit den Litfaßsäulen eine bezahlbare Möglichkeit hatten, für sich zu werben, schauen nun in die (beleuchtete) Röhre.
    Es heißt, von 671 Litfaßsäulen sollen 600 verschwinden, stattdessen stellt man 300 von den neuen Säulen auf. Das zuständige Fachamt der Kölner Stadtverwaltung hält dagegen: Von den 671 Betonsäulen sollen sogar 500 bestehen bleiben. Was stimmt nun? Vielleicht sollte man mal die Firma Ströer fragen, die hat den neuen Werbenutzungsvertrag mit der Stadt ausgehandelt.
    Die neuen Säulen sind häßlich und aufdringlich, haben aber ein Gutes: Bei den Firmen, die hier werben, werde ich in Zukunft garantiert nichts einkaufen.

  • Neulich gegenüber

    Bitteschön! - so arbeitet die Feuerwehr: Umsichtig, trainiert, einsatzbereit. Nur, damit kein Verdacht aufkommt, ich würde die Mitbürger, die für unsere Sicherheit sorgen, in ein schlechtes Licht rücken wollen.
    So was Ähnliches ist mir auch schon passiert: Eine Freundin dachte, weil sie mich telefonisch nicht erreichte und ich auf die Türklingel nicht reagierte, ich läge röchelnd oder schon verstorben in meiner Wohnung. Also rief sie einen Polizeibeamten, der nach kurzem Zögern die Feuerwehr alamierte, die mit einem Leiterwagen die Straße absperrte und durch mein offenes Schlafzimmerfenster in meine Wohnung kam. Ich lag derweil fröhlich bei lauter Musik auf meinem Wohnzimmersofa, ein Buch vor der Nase, und staunte nicht schlecht, als plötzlich zwei Feuerwehrleute die Tür öffneten. Es stellte sich heraus, daß das Telefonkabel defekt war. Der Polizist erklärte das Vorgehen damals, daß nicht soviel Schaden entstehen würde, wenn man durch ein (in meinem Fall ja sogar offenes) Fenster einsteigt, als die Haustür aufzubrechen.
    Was da bei mir gegenüber passiert ist, weiß ich nicht, aber es wird nichts Schlimmes gewesen sein, keiner der Anwesenden war hektisch, die Sanitäter waren sehr schnell wieder verschwunden, ohne jemanden hinauszutragen, und selbst das Fenster ließ sich von innen offenbar mühelos wieder schließen.

  • Bahnhofsvorplatz

    Als ich als Kind Matchbox-Autos sammelte, ging ich davon aus, daß mein Polizeiauto selbstverständlich das schnellste ist (schneller als der Jaguar meines älteren Bruders, dem ich mich daher ganz gelassen überlegen fühlte): Wenn die Gauner und Kriminellen besser ausgerüstet sind als die Sicherheitsorgane eines Landes, besser aussehen und stärker und körperlich fitter sind - ja, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, daß die keine Angst vor Strafe haben. Das konnte einfach nicht sein.
    Tja, älter werden heißt, Illusionen zu verlieren.

  • Chlodwigplatz

    Früher hieß es, Köln sei die nördlichste Stadt Italiens, vermutlich wegen der vielen italienischen Einwanderer (die früher Gastarbeiter genannt wurden). Ob es der importierten mediterranen Lebensweise zu verdanken ist, daß die Kölner nun beim kleinsten Sonnenstrahl Stühle vor die Kneipentür stellen, auch wenn die geringe Breite des Bürgersteigs das kaum zuläßt, ist reine Mutmaßung - vielleicht ist dieser Vorgang auch eine Folge der "Eventisierung" des Lebensstils: Sobald es das Wetter zuläßt, muß eine partyähnliche Situation geschaffen werden, man kauft also alkoholische Getränke und was zu knabbern ein und trifft sich bis spät in die Nacht auf öffentlichen Plätzen, und wenn einer Musik dabei hat: Um so besser. Einer dieser Plätze ist - oder vielmehr war - das Grundstück im Kreisverkehr am Chlodwigplatz. Im Kreisverkehr, richtig gelesen, viel Autoverkehr ringsherum und mittendurch die Straßenbahn, eigentlich ein Nicht-Ort (Dank an Blogfreund Trithemius, der mich auf die Theorie der Nicht-Orte aufmerksam gemacht hat), aber das stört die Feierwilligen nicht, eine zeitlang stand da sogar ein Sofa. Gern setzten die Leute sich auf einen der fünf Lichtschächte für die neue Ubahn, die mit Panzerglas abgedeckt sind - zu gefährlich, befanden die Kölner Verkehrsbetriebe, sprachen von "Mißbrauch" und ließen es sich einen sechsstelligen Betrag kosten, die Schächte mit Zackenplatten zu bedecken. Ob Köln nun bald als Stadt der Fakire bezeichnet wird, bleibt abzuwarten.

  • Neues vom Dom

    Erscheint es mir nur so, oder sieht der Dom tatsächlich frischer aus, wie neu geputzt? Vielleicht ist meine Sicht von der Tatsache beeinflußt, daß der Dom einen neuen Hausmeister hat. Hausmeister ist vielleicht nicht der richtige Begriff, der neue Dompropst greift nicht selbst zum Hammer, wenn mal ein neuer Nagel eingeschlagen werden muß, aber er hat bei allem, was den Dom betrifft, die Oberaufsicht. Der alte Dompropst Norbert Feldhoff hat den Job nun 40 Jahre lang gemacht - gut gemacht, wie es heißt - und geht nun mit 75 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.

    Der neue Jungspund in diesem Amt hat es schwer und muß sich erstmal beweisen, aber junge Leute sind natürlich vor allem den neuen Medien gegenüber viel aufgeschlossener: Der Prälat Gerd Bachner, 69 Jahre jung (sic!), möchte QR-Codes im Dom anbringen lassen! QR-Codes, das sind diese kryptischen Zeichen, die man mit einem Smartphone einlesen kann, sofern es über eine entsprechende App verfügt. Eine großartige Idee: Zukünftig muß man nicht mehr zu festgesetzten Zeiten in der Kirche erscheinen, um sich eine Predigt anzuhören, man setzt sich zu einem beliebigen Zeitpunkt einfach in eine Bank, scannt den Code ein und hört sich an, was Bischoff Woelki oder einer seiner Kumpane, die die Texte vorher in ihren Büros eingesprochen haben, so von sich geben. An den Beichtstühlen gibt es mehrere Codes, je nach Schwere ... was? Das stimmt gar nicht? Oh je, ich sollte in der Zeitung nicht nur die Überschriften lesen: Die QR-Codes sind nur für die Kunstwerke gedacht, die im Dom herumstehen. Ach sooo! Daß die Predigten natürlich keine Kunststücke sind, ist jedem klar, der schon mal eine angehört hat. Tja, tut mir Leid, liebe Katholen, da müßt ihr wohl weiterhin sonntags früh aufstehen.

  • Mauritiussteinweg

    Programmkinos im alten Stil gibt es in Köln schon seit einiger Zeit nicht mehr: Jeden Monat gab es ein Faltblatt, auf dem die Laufzeiten der Filme während der Früh-, Haupt- und Spätvorstellungszeiten aufgelistet waren, die jeweilige Laufzeit richtete sich also nicht nach Besuchserfolg, sondern war von vorherein programmiert. Gezeigt wurden allerdings meistens keine neuen Filme, sondern Filmklassiker und anspruchsvollere Filme, die von den Mainstreamkinos nicht gezeigt wurden. Beliebt waren auch Retrospektiven von Filmen bestimmter Regisseure: Das ganze Werk von z.B. Luis Buñuel, Carlos Saura, François Truffaut oder auch Alfred Hitchcock konnte man hier sehen, aber auch die Filme der Marx-Brothers oder die von Buster Keaton erfreuten sich großer Beliebtheit. Wenn man mal einen Film verpaßt hatte, brauchte man sich keine Sorgen zu machen, man konnte sicher sein, daß er irgendwann hier nochmal auftauchen würde.

    Die "Lupe 2" gibt es schon seit 1968. Früher war die Bestuhlung spartanisch, man saß auf harten Klappstühlen in engen Reihen, aber irgendwann wurde auch hier modernisiert, inzwischen hat man auf Polsterstühlen mehr Beinfreiheit. Im Jahr 2005 wurde der Betrieb eingestellt wegen Streitigkeiten zwischen Betreiber und Vermieter, aber ich glaube, das Konzept hatte sich auch überholt (der letzte Film hieß bezeichnenderweise "Das Spiel ist aus", nach einem Werk von Sartre). Nun, nach zehn Jahren Leerstand, hat sich ein neuer Betreiber gefunden. Das Kino heißt jetzt "Turistarama" (der Betreiber hat eine Tapas-Bar mit dem Namen "Jonny Turista"), gezeigt werden Arthouse-Filme, und ab und zu finden Veranstaltungen statt. Prima - würde mich freuen, wenn sich das Kino etabliert.

  • Barbarossaplatz

    Daß die rote Skulptur, die da in den Himmel ragt, ein modernes Kunstwerk ist, sieht man sofort, egal, was man davon hält ("Steel-Watercolor-Triangle-Ring" von Fletcher Benton). Aber was stellt diese komische Welle dar?

    Ein Dach. Die Sparkasse möchte gern, daß man in Ruhe sein Geld verstauen kann, während man die Bank verläßt, auch wenn es regnet, und rechnet wohl so Pi mal Daumen, daß ca. zwei Meter reichen müssen. Oder was meint ihr? Die Dachtheorie würde ja auch mit einer geraden Konstruktion funktionieren. Vielleicht will die Bank Assoziationen an eine Reise ans Meer wecken, Urlaub, Strand, Wellenreiten - alles möglich mit einem Kredit der Sparkasse!? Oder ist es eine Warnung an Kalifen? "Vorsicht! Führer von fliegenden Teppichen bitte absteigen!"

  • Ostern

    Was bahnte sich da an vor ein paar Tagen? Richtig, das alljährliche Fruchtbarkeitsfest, für das das Ei symbolisch steht, inzwischen ist es soweit. Aber, liebe Kinder, glaubt nicht, daß die bunten Eier vom Hasen gebracht werden, der kann gar keine Eier legen, das können nur Vögel, Insekten und - Reptilien. Ein Ei dieser Größe ist vermutlich von einem Dinosaurier.

    Die Hasen kommen nur ins Spiel, weil sie für hohe Fruchtbarkeit stehen, deshalb hat man beide, Eier und Hasen, kurzerhand miteinander verbunden. Hasen rammeln wirklich, als ginge es um die Aufnahme ins Guiness-Buch der Rekorde, man könnte fast neidisch werden. Eine Häsin kann pro Jahr bis zu vier Würfe mit jeweils drei bis vier Jungen haben, die durchaus von verschiedenen Vätern sein können - also jetzt nicht nur von Wurf zu Wurf unterschiedlich, sondern auch innerhalb eines Wurfes. Man nennt das Superfötation: Obwohl die Häsin bereits schwanger ist, vögelt rammelt sie munter weiter und kann nochmal - zusätzlich - schwanger werden, in ihr wachsen dann Embryonen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien heran. Daß die Hasenpopulation trotzdem immer kleiner wird, liegt am Menschen: Durch die steigende Zersiedelung nimmt der Lebensraum der Hasen (und anderer Tiere) kontinuierlich ab, den Rest besorgt die Intensivierung der Landwirtschaft, so ein kleiner neugeborener Hase hat keine Chance gegen immer größere Mähmaschinen.

    Darüber, daß ich gestern wieder nicht tanzen gehen konnte, weil eine obskure lust- und leibfeindliche Sekte, die als Emblem einen gefolterte Toten hat, das nicht will, verliere ich in diesem Jahr kein Wort. Ich hatte sowieso keine Lust.

    Schöne Feiertage!

  • Friesenstr.

    Hm - ob ich nochmal die Schulbank drücken sollte? Unter dem Begriff Whisky-Seminar hängen sechs DIN-A-4-Zettel, bis man die alle durchhat, vergeht ein ganzes Schuljahr. Vielleicht fange ich besser erst mal mit Tequila an ...

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